Forschungsprojekt "Soziale Arbeit und Religion"

Kairos betreibt und begleitet Forschung an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Religion und Organisation. Im Mittelpunkt stehen Fragen professioneller Sinnstiftung, der Bewältigung beruflicher Belastung sowie der Bedeutung von Resonanz und Trost im Arbeitsalltag.

Forschung versteht Kairos als analytische Grundlage für Orientierung in komplexen professionellen und organisationalen Kontexten. Sie zielt auf begriffliche Klärung, empirische Präzision und verantwortungsvolle Praxis.

Forschungsanliegen

Soziale Arbeit vollzieht sich zunehmend unter Bedingungen hoher Verdichtung, normativer Erwartungen und struktureller Unsicherheit. In diesen Kontexten gewinnen Fragen nach Sinn, Zugehörigkeit und professioneller Selbstverortung an Bedeutung.

Dies gilt in besonderer Weise für Arbeitsfelder konfessioneller Träger. Hier treffen organisationale Wertbindungen, Loyalitätserwartungen und individuelle Lebensentwürfe aufeinander. Die Forschung von Kairos untersucht, wie diese Konstellationen im beruflichen Alltag wahrgenommen, gedeutet und bearbeitet werden.

Forschungsperspektive

Die Forschung von Kairos folgt einer arbeits und organisationsbezogenen Perspektive. Religion wird dabei weder normativ privilegiert noch funktional verengt. Im Fokus steht die Frage, wie religiöse und weltanschauliche Bezugnahmen in professionellen Kontexten tatsächlich wirksam werden.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Begriff des Trostes. Trost wird nicht als individuelle Ressource oder pastorale Technik verstanden, sondern als relationale Erfahrung existenzieller Resonanz in Situationen beruflicher Zumutung, Überforderung oder Sinnkrise.

Empirischer Fokus

Die Forschung von Kairos ist empirisch fundiert und qualitativ ausgerichtet. Sie richtet sich auf Fach und Leitungskräfte der Sozialen Arbeit, insbesondere in konfessionell gebundenen Organisationen im säkularisierten ostdeutschen Kontext.

Untersucht wird, wie Loyalitätserwartungen, Wertbindungen und organisationale Leitbilder wahrgenommen und eingeordnet werden und welche Bedeutung sie für Arbeitszufriedenheit, organisationale Bindung und professionelle Haltung haben. Dabei werden sowohl gelingende Passungen als auch Formen von Nichtpassung berücksichtigt.